Gemalt habe ich schon immer. Als Kind saß ich im Sommer stundenlang unter der Trauerweide und malte alles, was mir in den Sinn kam. Es war wohl eine Art Seelenreinigung. Ich bin 1952 in der Nähe von Paris geboren. Für mich bestand kein Zweifel: Ich würde später Kunst studieren. Es kam anders: Statt Kunst wurde es Pädagogik und mit meinem Diplom in der Tasche ging ich nach Deutschland. Dort holte mich das Leben ein und mein Hang zur Malerei trat in den Hintergrund, aber ganz aufgegeben habe ich nie. In Deutschland wechselte ich öfter die Stadt und damit auch die Maltechniken. Ich probierte verschiedenes, von Kohlezeichnung zur Radierung, von Aquarell zur Pastellkreide. Ich malte auf Papier, auf Wände, groß- oder kleinformatig. Ich ging in Grundschulen, um die Holzstruktur der abgenutzten Tische auf Karton abzudrucken. Ich experimentierte mit den unterschiedlichsten Motiven. In Berlin angekommen, besuchte ich über mehreren Jahren eine Kunstschule, wo ich meine Leidenschaft für die Ölmalerei entdeckte. Seit 2003 bin ich freischaffende Künstlerin. Ich experimentiere zwar immer noch sehr gerne, aber in der Zwischenzeit ist deutlich ein eigener Stil zu erkennen. In meinen Bildern erzähle ich vom Leben, von Glücksmomenten, von Dramen und Emotionen. Sie kommen einer inneren Wahrheit auf die Spur, weitab von innovativen Trends und abstrakten, kognitiven Gefügen. Jedes Bild ist eine intime Sichtweise, ein offenes Werk, das direkt und unmittelbar die Sensibilität des Betrachters ansprechen soll. Eins bleibt: Wenn ich vor der Staffelei stehe, umgeben vom Farbengeruch, meine Pinseln neben mir auf dem Tisch, ist die Welt in Ordnung.